Sonnenstrom aus dem Süden wird zum Export-Dauerbrenner

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(Mynewsdesk) Regensburg/Neunburg. Die Zahl der Tage, an denen im Bayernwerk-Netzgebiet zeitweise mehr Strom aus Wasser, Wind und Sonne erzeugt als im selben Moment verbraucht wird, nimmt zu. Eine Auswertung der Netzsteuerung von Bayerns größtem Verteilnetzbetreiber im Monat April zeigt, dass grüner Strom aus dem Süden immer häufiger zum bayerischen Export-Schlager wird. Die Bayernwerk Netz GmbH hat seit dem 1. April an allen Wochenenden und in der zweiten Monatshälfte nahezu täglich regenerativen Strom aus Bayern in das vorgelagerte Netz der TenneT zum Transport in das deutsche und europäische Übertragungsnetz abgegeben.

„Wir kannten das Phänomen, dass unter bestimmten Voraussetzungen ein Überschuss an regenerativ erzeugtem Strom ins Bayernwerk-Netz eingespeist wurde, bislang war das vereinzelt an Feiertagen und Wochenenden im Frühjahr der Fall. Im vergangenen Monat haben wir in der Netzführung beobachtet, dass sich zunehmend auch an Wochentagen und fast zwei Wochen lang täglich die Situation ergeben hat, dass Strom von uns aus dem Verteilnetz in das vorgelagerte Übertragungsnetz abgegeben werden musste, um die Versorgungssicherheit nicht zu gefährden“, erklärte Wolfgang Tauber, Leiter der Netzleitstellen der Bayernwerk Netz GmbH. Das heißt: In Bayern nimmt die Häufigkeit derjenigen Momente zu, in denen vor allem von Photovoltaikanlagen mehr Energie erzeugt als zur selben Zeit im Freistaat benötigt wird. Damit liegt die Versorgungsquote mit grünem Strom für Verbraucher in Bayern nicht nur immer häufiger bei 100 Prozent, sondern sauberer Strom aus dem Süden wird zunehmend zum Export-Dauerbrenner für Deutschland und Europa.

Die Bayernwerk-Statistik zeigt, dass es im April an insgesamt 19 Tagen die besondere Herausforderung in der Netzführung gab, überschüssigen Strom an den vorgelagerten Netzbetreiber TenneT abzugeben. „Generell ist es für die Stabilität des Stromnetzes erforderlich, dass die Erzeugungsmenge und der Verbrauch dauerhaft im Einklang sind. Wenn auf einer Seite Überschüsse entstehen, wird dies im Austausch zwischen den unterschiedlichen Spannungsebenen im Stromnetzverbund ausgeglichen. Reicht die regenerative Erzeugung andererseits nicht aus, um den regionalen Bedarf unserer Kunden zu erfüllen, wird auf die Leistung konventioneller Kraftwerke zurückgegriffen“, erläuterte Netzleitstellenleiter Wolfgang Tauber.

Leistung von vier bis fünf Kraftwerken

Der Höchstwert des regenerativ erzeugten Überschusses in Bayern in diesem Jahr findet sich mit 3.474 Megawatt am Karfreitag, 19. April 2019, um 13.15 Uhr. Das entspricht im Vergleich etwa der Leistung von vier bis fünf konventionellen Kraftwerken. Insgesamt sticht das diesjährige Osterwochenende in den täglichen Aufzeichnungen des Bayernwerks hervor, da in der Zeit von Gründonnerstag bis Ostermontag täglich in der Mittagszeit mindestens 1.932 Megawatt mehr als regional erforderlich ins Netz eingespeist wurden. Das Allzeit-Hoch der Rückspeisung aus dem Bayernwerk-Netz liegt derweil auf den Tag genau zwei Jahre zurück: Damals hatte sonniges Wetter bei gleichzeitig kühlen Außentemperaturen und der allgemein niedrigere Stromverbrauch an einem Sonntag die Bilanz begünstigt. Am Sonntag, 30. April 2017, wurden exakt 3.810 Megawatt (MW) aus Bayern zum Verbrauch in andere Regionen abgegeben. Insgesamt sind in das Bayerwerk-Netz mittlerweile rund 285.00 dezentrale Erzeugungsanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 10.000 MW integriert

Diese Pressemitteilung wurde via Mynewsdesk versendet. Weitere Informationen finden Sie im Bayernwerk AG

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