Mit Plastikkarten den Plastikmüll reduzieren

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Wir haben ein Problem mit Plastikmüll. Kann man aber ausgerechnet als Plastikkartenhersteller dem Plastikmüll den Kampf ansagen? Dass das geht, beweist die Manhillen Drucktechnik GmbH mit dem Einsatz von 100 % recyceltem PVC.

„Ich bin stetig auf der Suche nach umweltfreundlichen Alternativen bei Bedruckstoffen ebenso wie bei Druckfarben.“, berichtet Frank Manhillen, Geschäftsführer des 1980 gegründeten Unternehmens aus Rutesheim. Dafür führt er regelmäßig Gespräche mit unterschiedlichen Herstellern, um bei neuen Entwicklungen beispielsweise in Sachen umweltfreundliche Kunststoffe als einer der ersten dabei zu sein. So kann der innovative Unternehmer seit Jahresbeginn Kunststoffdruckprodukte anbieten, mit denen kein neues Plastik in Umlauf gebracht wird, da für die Herstellung des Bedruckstoffs PVC-Müll so aufbereitet wird, dass er zu 100 % wiederverwertet werden kann.

Warum das PVC-Recycling so gut funktioniert

Fakt ist: Es stehen weltweit große Mengen recycelbarer PVC-Abfälle zur Verfügung. Allerdings ist es nicht das Einweggeschirr oder die klassische Plastiktüte, die bei Manhillen zur Plastikkarte wird, vielmehr werden Fensterprofile, Rohre und andere verwandte Bauprodukte bevorzugt für das PVC-Recycling hergenommen. Dabei macht man sich die fortschrittlichen mechanischen Recycling-Eigenschaften von PVC zu nutzen, die dafür sorgen, dass PVC je nach Anwendung bis zu acht Mal nahezu verlustfrei recycelt werden kann. Denn der Recyclingprozess verringert die Kettenlänge von PVC-Molekülen nicht messbar. Daher weist auch 100 % recyceltes PVC hervorragende Bedruckungseigenschaften auf und steht auch in der Weiterverarbeitung neuem PVC in nichts nach.
Einzig die Farbigkeit des Ausgangsmaterials unterliegt produktionsbedingten Schwankungen, so dass bei weißen Karten Unterschiede im Weißton auftreten können. „Darüber sehen Kunden, die aktiven Klimaschutz als unternehmerische Verantwortung sehen, allerdings gerne hinweg. Denn durch die Verwendung von recyceltem PVC tragen sie dazu bei, die natürlichen Ressourcen zu schonen, Emissionen zu reduzieren und Deponien zu entlasten.“, freut sich Manhillen. Laut VinylPlus®, einer freiwilligen Selbstverpflichtungsinitiative der europäischen PVC-Industrie zu einer nachhaltigen Entwicklung, können für jedes Kilo Recycling-PVC zwei Kilo CO2 eingespart werden.
Wichtig für Manhillen ist, darüber hinaus auch weiterhin ein spezielles Material anzubieten, das durch den Versatz mit einem Zusatzstoff in einer Kompostierumgebung biologisch abbaubar ist – sogenanntes Bio-PVC. Das hat der Druckdienstleister schon vor rund zehn Jahren ins Sortiment genommen und grenzt sich damit ganz gezielt von den sogenannten oxo-abbaubaren Kunststoffen ab, die den biologischen Abbau nur imitieren. Bei deren Fragmentierung durch Hitze oder Licht verbleiben nämlich kleine Partikel, die dann als umweltschädliches Mikroplastik in der Umgebung bleiben und letztlich nicht nur in den Meeren, sondern auch in unseren Lebensmitteln landen. „Nicht mit uns!“, positioniert sich Manhillen hier ganz klar.

Klimaneutrale Kartenproduktion bereits seit 2011

In der gesamten Wertschöpfungskette einen Fokus auf ressourcenschonendes Handeln zu legen, gehört bei Manhillen schon seit vielen Jahren zur Unternehmensphilosophie. Der Einsatz von Bio-PVC und weiteren regenerativen Kunststoffen, ein Klima-Paket aus eigener Photovoltaikanlage auf dem Firmengebäude, der Umstellung auf Öko-Strom sowie Regenwasseraufbereitung und -nutzung bilden auch die Grundlage für eine CO2-Kompensation von Druckaufträgen. Bereits Anfang 2011 wurde der Plastikkartenspezialist als erstes Unternehmen, das mit diesem Bedruckstoff arbeitet, vom Bundesverband Druck und Medien e. V. (bvdm) auf Basis eines wissenschaftlich anerkannten Verfahrens CO2-geprüft. Dank dieser Zertifizierung können auf Wunsch die gesamten CO2-Emissionen, die bei der Produktion eines Kundenauftrages entstehen, kompensiert und offiziell in der Ökobilanz der Kunden ausgewiesen werden.

Karten aus Birkenholz

Doch nicht nur recycelter Rohstoff wie das „grüne Plastik“ eignet sich als nachhaltiges Kartenmaterial. So bietet Manhillen seinen Kunden ebenfalls neu Karten aus reinem Birkenholz als nachwachsenden forstwirtschaftlichen Rohstoff an. Die Holzkarten weisen eine vergleichbare Stärke sowie ähnliche Eigenschaften beim Bedrucken und Weiterverarbeiten wie die Plastikkarten auf. Jede einzelne Karte ist dabei aber ein Unikat. Dass die Kunden in den letzten Jahren verstärkt nicht nur den Wunsch nach optimaler Aufmerksamkeitswirkung äußern, sondern dabei auch Umweltaspekte im Blick haben, freut Manhillen. Denn schließlich bestärkt es den Unternehmer darin, dass seine kontinuierlichen Investitionen in eine klimaneutrale Produktion als wichtig erachtet und von den Kunden angenommen werden.

40 Jahre stetige Weiterentwicklung und Innovation

Allein die Einführung des neuen Bedruckstoffs, firmenintern schon als „grünes Plastik“ etabliert, wäre also schon Grund zu feiern. Aber 2020 bietet dafür noch eine ganz andere Plattform, steht doch das 40jährige Firmenjubiläum der Manhillen Drucktechnik an. 1980 von Georg Manhillen, dem Vater des jetzigen Firmenchefs, als Fotosatz-Unternehmen gegründet, dreht sich heute alles um Kunststoff als zentralem Bedruckstoff. Damit hat der Druckspezialdienstleister aus Rutesheim bei Stuttgart eine interessante und lukrative Marktnische besetzt. „Plastikkarten gehören schließlich seit vielen Jahren fest zu unserem Alltag – wir benutzen unsere Scheckkarte zum Bezahlen oder die Kundenkarte des Supermarktes, um uns Vorteile beim Einkaufen zu sichern. Nur mit unserer Ausweiskarte kommen wir morgens ins Bürogebäude oder abends ins Fitness-Studio, und wir verschenken Geschenkkarten, um letztlich dem Beschenkten die Auswahl des Präsents zu überlassen.“, zählt Manhillen nur einige Anlässe auf, zu denen „seine“ Karten zum Einsatz kommen. Aber auch nützliche Kofferanhänger, Mousepads, Thekenmatten an Rezeptionen, Lineale oder Deckenhänger im Supermarkt sind oft aus Kunststoffmaterialien, um ihre Langlebigkeit zu sichern.
Neue Drucktechnologien, herausfordernde Bedruckstoffe oder spannende Druckveredelungsmöglichkeiten sorgten in den vergangen Jahrzehnten für stetig neue Impulse, Erweiterungen und Veränderungen im Produktportfolio der Manhillen Drucktechnik. So dreht sich zwar alles immer wieder um Kunststoff, aber trotzdem wird es garantiert nie langweilig beim Familienunternehmen in Rutesheim.

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